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Internet Bonding Kosten 2026: Was kostet ausfallsicheres Internet wirklich?

Christian Werner||12 Min. Lesezeit

Zusammenfassung (TL;DR)

Internet Bonding kostet €150-400 pro Monat für ein typisches KMU in Österreich. Die Kosten setzen sich zusammen aus: Hardware (€400-1.200 einmalig), Aggregator-Service (€60-180/Monat) und mehreren Internetleitungen (€80-250/Monat). Die Investition rechnet sich bereits ab einem Ausfalltag pro Jahr für umsatzabhängige Betriebe. Online-Shops, Produktionsbetriebe und Arztpraxen amortisieren die Kosten typischerweise innerhalb von 2-6 Monaten durch vermiedene Ausfallkosten.

Die Gesamtkosten im Überblick

Internet Bonding ist keine einzelne Kostenstelle, sondern ein System aus mehreren Komponenten. Die Transparenz über alle Kosten ist entscheidend für Ihre Budgetplanung:

KostenpositionEinmaligMonatlichJährlich
Bonding-Router (Hardware)€400-1.200--
Installation & Einrichtung€200-500--
Aggregator-Service-€60-180€720-2.160
Primäre Internetleitung-€40-100€480-1.200
Sekundäre Internetleitung(en)-€40-150€480-1.800
Support & Wartung (optional)-€0-50€0-600
GESAMT€600-1.700€140-480€1.680-5.760

Typisches KMU-Szenario (2 Leitungen, Basis-Hardware): Einmalig €800, monatlich €180 (= €2.960 im ersten Jahr, danach €2.160/Jahr)

Kostenposition 1: Hardware (Bonding-Router)

Der Bonding-Router ist das Herzstück Ihrer Lösung. Er verteilt Datenpakete intelligent auf alle verfügbaren WAN-Verbindungen und koordiniert den automatischen Failover.

Preisspannen nach Leistungsklasse

GeräteklassePreisMax. DurchsatzAnwendungsfall
Einstieg (SMB)€400-700Bis 300 Mbit/sKleine Büros, 1-10 Mitarbeiter
Mittelklasse (Enterprise)€800-1.500Bis 700 Mbit/sMittelständische Unternehmen, 10-50 MA
High-End (Corporate)€1.500-3.000Bis 1 Gbit/s+Großunternehmen, Produktionsstandorte

Gängige Hersteller in Österreich:

  • Peplink Balance-Serie: €500-2.000, bewährte Lösung mit gutem Support
  • Teltonika RUTX-Serie: €300-600, Preis-Leistungs-Sieger mit LTE
  • Cradlepoint: €1.200-2.500, Premium-Lösung für Enterprises
  • MikroTik: €200-500, Budget-Option für technisch versierte Nutzer

Kaufen oder Mieten?

Viele Anbieter bieten auch Hardware-Miete an:

  • Miete: €15-40/Monat (je nach Gerät)
  • Vorteil: Keine Anfangsinvestition, inkludiert oft Support und Austausch bei Defekt
  • Nachteil: Langfristig teurer (nach 24 Monaten meist über Kaufpreis)
  • Empfehlung: Miete für Test-Phase (3-6 Monate), dann Kauf wenn überzeugt

Kostenposition 2: Aggregator-Service

Der Aggregator ist der Server im Rechenzentrum, der Ihre gebündelten Pakete wieder zusammensetzt und ins Internet weiterleitet. Diese Komponente wird meist als monatlicher Service abgerechnet.

Preismodelle

Die meisten Anbieter rechnen nach Bandbreite oder Flat-Rate ab:

ModellPreisInkludiertGeeignet für
Bandbreiten-Paket S€60-80/MonatBis 100 Mbit/s gebündeltKleine Büros, Filialen
Bandbreiten-Paket M€100-140/MonatBis 300 Mbit/s gebündeltMittelständische Unternehmen
Bandbreiten-Paket L€150-250/MonatBis 700 Mbit/s gebündeltGroße Standorte, Produktion
Flat-Rate Unlimited€180-300/MonatUnbegrenzte BandbreiteDatenintensive Betriebe

Zusatzkosten beim Aggregator

  • Setup-Gebühr: €0-150 einmalig (oft bei Jahresvertrag erlassen)
  • Statische IP-Adresse: €5-15/Monat (wichtig für VPN-Server)
  • Premium-Support: €20-50/Monat (schnellere Reaktionszeiten)
  • Zusätzliche Tunnels: €10-20/Monat pro Tunnel (für Standortvernetzung)

Kostenposition 3: Internetleitungen

Die laufenden Kosten für die einzelnen Internetanschlüsse sind der größte monatliche Posten. Die Kostenoptimierung liegt darin, verschiedene Technologien und Provider clever zu kombinieren.

Typische Leitungs-Kombinationen und Kosten

Szenario 1: Glasfaser + LTE-Backup (ideal für Städte)

  • Glasfaser 250 Mbit/s (Primär): €50/Monat
  • LTE-Tarif 100 GB (Backup): €30/Monat
  • Gesamtbandbreite: Bis 350 Mbit/s
  • Monatliche Kosten: €80
  • Ausfallsicherheit: Hoch (verschiedene Technologien)

Szenario 2: DSL + Kabel + LTE (Standard für ländliche Gebiete)

  • VDSL 100 Mbit/s (A1): €45/Monat
  • Kabelinternet 150 Mbit/s (Magenta): €55/Monat
  • LTE-Tarif 50 GB (Drei): €25/Monat
  • Gesamtbandbreite: Bis 300 Mbit/s
  • Monatliche Kosten: €125
  • Ausfallsicherheit: Sehr hoch (3 verschiedene Provider)

Szenario 3: Zwei Glasfasern + 5G (Maximum Performance)

  • Glasfaser 500 Mbit/s (Provider 1): €80/Monat
  • Glasfaser 250 Mbit/s (Provider 2): €60/Monat
  • 5G-Tarif Unlimited (Backup): €60/Monat
  • Gesamtbandbreite: Bis 810 Mbit/s
  • Monatliche Kosten: €200
  • Ausfallsicherheit: Maximum (verschiedene Provider + Mobilfunk)

Spartipps bei Internetleitungen

  • Jahresverträge: Oft 10-20% günstiger als monatlich kündbare Tarife
  • Business-Tarife vermeiden: Privat-Tarife sind für Bonding ausreichend und deutlich günstiger
  • Mobilfunk als Backup: LTE/5G-Tarife mit niedriger Grundgebühr + Datenpaket günstiger als zweite Festnetz-Leitung
  • Eigene Hardware: Router-Miete beim Provider vermeiden (€3-8/Monat je Leitung)

Versteckte Kosten, die oft vergessen werden

  • Verkabelung: Mehrere WAN-Leitungen bedeuten mehr Kabel, ggf. zusätzliche Netzwerkdosen (€100-300 einmalig)
  • USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung): Bonding-Router sollte bei Stromausfall weiterlaufen (€150-400)
  • Monitoring: Proaktive Überwachung der Leitungen (€10-30/Monat oder via eigene Lösung)
  • Administrationsaufwand: Initiales Setup und gelegentliche Anpassungen (intern oder extern)
  • Vertragsmanagement: Verwaltung mehrerer Provider-Verträge

ROI-Berechnung: Ab wann rechnet sich Bonding?

Die entscheidende Frage: Was kostet Sie ein Internetausfall? Für umsatzabhängige Betriebe rechnet sich Bonding meist sehr schnell.

Beispiel 1: Online-Shop (E-Commerce)

Rahmendaten:

  • Jahresumsatz: €500.000
  • Tagesumsatz: €1.370
  • Bonding-Kosten: €220/Monat (€2.640/Jahr)
  • Durchschnittlich 2 Ausfälle pro Jahr ohne Bonding (je 6 Stunden = 0,5 Tage)

Rechnung:

  • Vermiedene Ausfallkosten: 2 × 0,5 Tage × €1.370 = €1.370
  • Bonding-Kosten: €2.640
  • Nettokosten: €1.270/Jahr
  • ROI: Nach 2,3 Jahren Break-Even, wenn KEINE weiteren Ausfälle vermieden werden
  • ABER: Jeder weitere vermiedene Ausfall spart €685 - ROI bereits nach 3-4 Ausfällen erreicht

Beispiel 2: Produktion mit Industrie 4.0

Rahmendaten:

  • Produktionswert: €5.000/Tag
  • Internetabhängige Systeme: MES, Maschinensteuerung, Warenwirtschaft
  • Ausfall = Produktionsstopp
  • Bonding-Kosten: €280/Monat (€3.360/Jahr)

Rechnung:

  • 1 vermiedener Ausfalltag = €5.000 gespart
  • Bonding-Kosten: €3.360/Jahr
  • ROI: Bereits beim ersten vermiedenen Ausfall (nach ca. 8 Monaten wenn historisch 1x/Jahr Ausfall)

Beispiel 3: Arztpraxis mit E-Card-System

Rahmendaten:

  • 30 Patienten/Tag
  • Durchschnittlicher Kassenanteil: €100/Patient
  • Bei Internet-Ausfall: E-Card nicht lesbar, Patienten müssen vertröst werden oder Privatrechnung
  • Bonding-Kosten: €180/Monat (€2.160/Jahr)

Rechnung:

  • 1 Ausfalltag = 30 Patienten × €100 = €3.000 Umsatzausfall
  • Plus: Unzufriedene Patienten, Imageschaden
  • Bonding-Kosten: €2.160/Jahr
  • ROI: Bereits nach 1 vermiedenem Ausfall pro Jahr

Kostenoptimierung: So senken Sie die Bonding-Kosten

1. Richtig dimensionieren

Nicht jedes Unternehmen braucht 700 Mbit/s. Eine ehrliche Bedarfsanalyse spart Geld:

  • Kleines Büro (5 MA): 50-100 Mbit/s reichen meist → günstigere Leitungen wählen
  • Mittelstand (20 MA): 150-300 Mbit/s → Mittelklasse-Router ausreichend
  • Nur geschäftskritische Anwendungen priorisieren: QoS nutzen statt überdimensionieren

2. Gestaffelte Implementierung

Sie müssen nicht sofort mit 3 Leitungen starten:

  • Phase 1: Primär-Leitung + 1 Backup (LTE/5G) → Kosten: €150/Monat
  • Phase 2: Nach 6 Monaten zweite Festnetz-Leitung ergänzen → Kosten: €200/Monat
  • So können Sie testen und haben niedrigere Einstiegskosten

3. Managed Services vs. Eigenbetrieb

Die Entscheidung zwischen Eigenbetrieb (DIY) und Managed Service (Rundum-Sorglos):

AspektEigenbetriebManaged Service
SetupSelbst oder IT-DienstleisterAnbieter übernimmt alles
HardwareSelbst kaufen (€800)Inklusive/Miete
MonitoringSelbst einrichtenInklusive 24/7
SupportBei Störung selbst troubleshootenHotline & Remote-Support
Monatliche Kosten€140-200€250-400
Geeignet fürIT-affine UnternehmenKMUs ohne IT-Abteilung

Faustregel: Wenn Sie keine IT-Fachkraft im Haus haben, ist Managed Service meist günstiger als im Störungsfall externen Support zu bezahlen.

Förderungen und steuerliche Absetzbarkeit

Steuerliche Behandlung

  • Hardware: Sofortabschreibung bis €800 (GWG), darüber 3 Jahre Abschreibung
  • Monatliche Kosten: Voll absetzbare Betriebsausgaben
  • Installation: Sofort absetzbar als Betriebsausgabe

KMU.DIGITAL Förderung

Internet Bonding kann unter der KMU.DIGITAL-Förderung (Modul "IT-Security") gefördert werden:

  • Fördersatz: 30% der Kosten
  • Maximum: €5.000 Förderung
  • Förderfähig: Hardware, Installation, Beratung (NICHT laufende Kosten)
  • Beispiel: Investition €2.500 (Router + Setup) → Förderung €750

Wichtig: Förderantrag muss VOR Projektbeginn gestellt werden. <a href='https://werner.solutions/de/blog/it-beratung-graz-steiermark-2026' style='color: #0061A7; text-decoration: underline;'>IT-Berater können beim Förderantrag unterstützen</a>.

Häufige Fragen zu Bonding-Kosten

Gibt es versteckte Kosten bei Internet Bonding?
Die häufigsten "vergessenen" Kosten sind: USV (€150-400), zusätzliche Verkabelung (€100-300), und die laufenden Kosten für mehrere Provider-Verträge. Seriöse Anbieter listen alle Komponenten transparent auf. Fragen Sie explizit nach Setup-Gebühren, IP-Adressen-Kosten und Support-Pauschalen.
Kann ich mit günstiger Hardware starten und später upgraden?
Ja, absolut. Viele Unternehmen starten mit einem MikroTik-Router (€300) und zwei Leitungen. Nach 6-12 Monaten, wenn sich Bonding bewährt hat, kann auf Enterprise-Hardware (Peplink, Cradlepoint) gewechselt werden. Die meisten Router haben guten Wiederverkaufswert.
Lohnt sich Bonding auch für Home Office?
Für Selbstständige im Home Office kann es sich lohnen, wenn Ausfälle direkt zu Umsatzverlust führen (z.B. Online-Berater, Freelancer mit stundlicher Abrechnung). Die Kosten sind dieselben (€150-250/Monat). Viele nutzen dann Glasfaser + LTE als günstigste Kombi. Steuerlich voll absetzbar.
Was kostet es, von Bonding wieder zurückzuwechseln?
Praktisch nichts, wenn Sie monatlich kündbare Verträge haben. Hardware können Sie verkaufen (Wertverlust ca. 30-40% nach 2 Jahren). Aggregator-Services sind meist monatlich kündbar. Der Netzbetreiber muss wieder auf normale Zählpunktzuordnung umstellen (kostenlos, dauert 2-4 Wochen).
Kann ich die Hardware selbst installieren oder brauche ich einen Techniker?
Technisch versierte Nutzer können die Installation selbst durchführen - die meisten Bonding-Router haben Wizards. Für KMUs ohne IT-Abteilung empfiehlt sich professionelle Installation (€200-500), inkludiert meist: Verkabelung, Konfiguration, QoS-Optimierung und Einschulung. Das spart später Troubleshooting-Kosten.

Fazit: Bonding ist günstiger als ein Ausfalltag

Internet Bonding ist für die meisten umsatzabhängigen Unternehmen keine Frage der Kosten, sondern der Risikovermeidung. Die Investition von €150-400/Monat rechnet sich bereits beim ersten vermiedenen Ausfalltag.

Die Gesamtkosten im ersten Jahr liegen bei €3.000-5.000 (mit Hardware-Kauf). Ab dem zweiten Jahr sinken sie auf €1.800-3.600. Verglichen mit den potenziellen Kosten eines Internet-Ausfalls (Umsatzverlust, Produktionsstopp, Imageschaden) ist das überschaubar.

Unsere Empfehlung: Starten Sie mit einem Test-Setup (2 Leitungen, Mittelklasse-Router, €200/Monat). Nach 3-6 Monaten wissen Sie, ob Bonding für Ihr Unternehmen passt. Dank monatlicher Kündigungsfristen ist das Risiko minimal.

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